

In keinem anderen Lebensbereich überlassen Erwachsene Heranwachsende so sehr sich selbst, wie im Bereich der Sexualität. Jugendliche stolpern in ihre ersten, oft wenig erfreulichen Erfahrungen und sind damit auch unerwünschten bis gefährlichen Miterziehern mehr oder weniger schutzlos ausgesetzt.
Wenn Sexualpädagogik als Teilbereich der gesamten Sozialerziehung und Persönlichkeitsbildung gesehen werden kann, wenn sie auf auf soziale Kompetenzen ausgerichtet ist, wenn sie mehr sein darf, als biologische Aufklärung, dann wird sie zur echten Hilfestellung für Kinder und Jugendliche.
Sie versteht sich dann als:
Die Ziele der Sexualerziehung müssen sehr behutsam formuliert werden, da die individuelle Entwicklung und persönliche Freiheit einerseits gefördert werden sollen, andererseits Schranken dort errichten werden müssen, wo persönliche Freiheit in unsoziales Verhalten umzukippen droht.
Kinder und Jugendliche sollen befähigt werden zu:
Angstfreier Kommunikation über und unverkrampftem Umgang mit Sexualität
Die eigene Sexualität als einen positiven Lebensbereich zu bejahen
Liebe zu empfinden und auszudrücken , Gefühle zuzulassen und auf vielfältige Weise zu zeigen
Den eigenen Körper als natürlich zu erleben
Verantwortlich mit der eigenen Sexualität und der des Partners/der Partnerin umzugehen
Überkommene Geschlechterrollen aufzubrechen und bewusst partnerschaftlich zu leben
Ausführliches Wissen über alle Bereiche der Sexualität einzuordnen und umzusetzen
Sexuelle Gewalt zu erkennen und sich damit schützen zu können