

Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt kann jedes Mädchen, jede Frau betreffen. Das Erleben dieser Gewalt bedeutet einen tiefgehenden Eingriff in die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen und kann Auswirkungen auf seine körperliche und seelische Gesundheit haben.
Angst wird aber nicht nur durch erlebte Gewalt ausgelöst: Eine einzige Gewalttat im Umfeld einer Gemeinde verunsichert (fast) alle Frauen und Mädchen in der Gegend, ein Bursch, der gegen ein einzelnes Mädchen in der Klasse gewaltsam vorgeht, verunsichert (fast) alle Mädchen, auch jene, die das Geschehen nur beobachten.
Mangelndes Wissen und mangelnde Sicherheit im Umgang mit sexueller Gewalt führen häufig zu Gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit bei Bezugspersonen. So kommt es, dass auch Eltern und Lehrer und Lehrerinnen, Mädchen mit ihren Problemen allein lassen - lassen müssen.
"Nicht-Reaktionen" vermitteln Mädchen aber die Botschaft, sie hätten Übergriffe als Teil ihres Lebens zu akzeptieren, diskriminierendes Verhalten ihnen gegenüber sei "normal". Gleichzeitig lernen Buben/Burschen, dass ihr Verhalten akzeptiert wird, also "normal" ist, und fahren damit konsequenterweise fort - oft bis ins Erwachsenenalter.
Die Technik "Drehungen" wurde von Frauen für Mädchen und Frauen entwickelt - sie baut auf den Stärken des weiblichen Körpers auf, daher ist Sportlichkeit keine Voraussetzung.
Selbstverteidigung ist eine Haltung und nicht nur isoliertes Wissen für den "Ernstfall", sie beginnt dort, wo Blicke, Worte, Berührungen die Integrität eines Mädchens verletzen.
Verbalen oder körperlichen Angriffen nicht wehrlos gegenüber stehen, kann gelernt werden. Angstverhaltensweisen wie ZB das Überhören und Ignorieren von Beleidigungen, das Übersehen von Vorfällen oder das Ausweichen von Konfrontationen entwickeln sich damit zu Handlungskompetenzen:
Missbrauchs- und Gewaltsituationen zu erkennen und zu benennen, "Nein" sagen zu dürfen, Übergriffen selbstbewusste Haltungen entgegenzusetzen, sich Angriffe nicht gefallen zu lassen ...
richten sich nach der jeweiligen Alters- und Entwicklungsstufe der Mädchen und variieren von überwiegend spielerischem Zugang bis zu erwachsener Auseinandersetzung mit dem Thema.