Prävention

Der Großteil der Täter*innen kennt die Oper gut bis sehr gut, kommt aus dem nahen sozialen Umfeld. Ein Warnen vor „dem/der bösen Unbekannten“ greift viel zu kurz, ängstigt Kinder und gibt ihnen keine Handlungskompetenzen. Deshalb muss zeitgemäße und kindgerechte Prävention wo anders ansetzen!

Die Thematik sexueller Kindesmissbrauch kann in uns viele Gefühle auslösen: Hilflosigkeit, Unverständnis, Angst, Wut – möglicherweise auch Gedanken wie: „Ich will es gar nicht wissen, es belastet mich zu sehr.“

Es gibt jedoch auch eine positive Nachricht in diesem Zusammenhang: Je mehr Menschen sich mit sexuellem Kindesmissbrauch auseinandersetzen und erfahren, wie sie im Falle eines Missbrauch reagieren können, desto leichter kann eine Missbrauchssituation unterbrochen werden. Auch Täter*innenstrategien zu kennen und Kinder präventiv zu erziehen, trägt dazu bei, dass Missbrauch weniger häufig passieren kann.


Präventive Erziehung heißt unter anderem:

  • Selbstwert, Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen von Kindern stärken. 
  • Kindern viel Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit geben, damit niemand die ungestillten Bedürfnisse des Kindes für seine Zwecke ausbeuten kann.
  • Mit Kindern über Erlebnisse, Gefühle, Ängste und Freuden sprechen.
  • Die Wünsche der Kinder respektieren: Kinder dürfen nicht gegen ihren Willen umarmt, geküsst oder gestreichelt werden, auch wenn der/die Erwachsene es noch so gut meint.
  • Kinder ermutigen, von Problemen zu erzählen.
  • Mit Kindern offen über Sexualität reden und altersgemäße Informationen vermitteln. Nicht die Neugier auf diese Themen Menschen stillen lassen, die keine guten Absichten damit verbinden. Gut aufgeklärte Kinder können einen sexuellen Übergriff leichter erkennen, Grenzen setzen und sich Hilfe holen.
  • Präventive Erziehung soll nicht nur dazu beitragen, das Kinder keine Opfer, sondern auch, dass sie keine Täter*innen werden.

In unserer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen schützen wir, ohne Angst zu machen, stärken das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigenen Gefühle, klären Kinder über ihr Recht auf, schlechte Geheimnisse und Berührungen zurückzuweisen und sich Hilfe zu holen. Kinder haben an einem Missbrauch niemals Schuld, auch wenn Täter*innen sie das glauben machen.

Diese Präventionsgrundsätze werden in unseren Workshops mit Leben gefüllt:

  • Dein Körper gehört dir
  • Du darfst Nein sagen
  • Du entscheidest, welche Berührungen du haben willst
  • Deine Gefühle sind richtig
  • Schlechte Geheimnisse gelten nicht, die sollst du weitererzählen
  • Du darfst dir immer Hilfe holen
  • Wenn jemand etwas Schlimmes mit Dir macht, bist Du nicht schuld

Missbrauchsprävention ist nichts, was man mal kurz einfließen lässt. Sie kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen. Deshalb unterstützen wir auch Eltern und pädagogische Teams bei der Umsetzung der 3 Säulen der Prävention:

  • Selbstwertstärkung
  • altersadäquate Aufklärung
  • Präventionsgrundsätze